Blog · Sprachförderung

Aussprache & Sprechmotorik

Sprechmotorik (Mundmotorik) Übungen für Kinder: einfache Ideen für Kita und Kindergarten

Sprech- bzw. Mundmotorik Übungen für Kinder lassen sich leicht in den Tagesablauf integrieren. Ob im Morgenkreis, beim Übergang zwischen zwei Aktivitäten oder zuhause am Küchentisch: Schon wenige Minuten reichen, um Lippen, Zunge, Mund und Atmung spielerisch einzubeziehen.

Erzieherin macht mit Kindern spielerische Sprechmotorik Übungen im Kindergarten

Einleitung: Sprachförderung über Bewegung erlebbar machen

Kinder erleben Sprache nicht nur über Wörter, sondern auch über Bewegung. Wenn Lippen, Zunge, Kiefer und Atemstrom aktiv sind, wird Sprechen bewusst wahrnehmbar.

Genau hier setzen Mundmotorikübungen für Kinder an: Sie sind kurz, spielerisch und gut alltagstauglich. Für Eltern und Fachkräfte bieten sie eine einfache Möglichkeit, die Sprachförderung im Kindergarten und im Alltag lebendig zu gestalten.

Gleichzeitig unterstützen solche "Mini-Impulse" dabei, dass Kinder sich mit Freude ausdrücken und genau hinhören. Das passt ideal zur natürlichen Sprachentwicklung der Kinder

Was ist die Mundmotorik?

Mundmotorik beschreibt die Bewegungen, die beim Sprechen zusammenwirken. Dazu gehören vor allem Lippen, Zunge, Kiefer und der Mundraum. Auch der Atemstrom spielt eine wichtige Rolle.

Diese Bewegungsabläufe helfen Kindern, Laute differenziert zu formen und Wörter deutlicher auszusprechen. Spielerische Übungen können dabei unterstützen, die eigenen Bewegungen im Mund bewusster wahrzunehmen.

Warum spielerische Übungen im Alltag sinnvoll sind

Kinder lernen besonders gut durch Nachahmung, Wiederholung, Bewegung und Spaß. Genau deshalb passen kurze Sprechmotorik-Spiele so gut in Kita und Kindergarten.

7 Mini-Impulse für Kita und Kindergarten

1. Lippen schmatzen (oder auch Lippen aufeinanderdrücken, Lippen spitzen, Lippen vibrieren lassen)

So funktioniert’s: Gemeinsam die Lippen locker aufeinanderlegen und deutlich schmatzende Geräusche machen.

Das wird angeregt: Beweglichkeit und Spannung der Lippen, bewusste Mundbewegungen.

Tipp für den Alltag: Als kurzes Startsignal im Morgenkreis oder als lustiger Übergang vor dem Vorlesen nutzen.

2. Wangen aufblasen

So funktioniert’s: Luft in die Wangen pusten, kurz halten und langsam wieder entweichen lassen.

Das wird angeregt: Kontrolle über Mundraum und Luftführung.

Tipp für den Alltag: Daraus ein kleines Rollenspiel machen, zum Beispiel „Wir sind heute kugelrunde Pufferfische“.

3. Zunge raus und rein

So funktioniert’s: Zunge langsam herausstrecken und wieder in den Mund zurückziehen, mehrmals nacheinander. Alternativ auch Zunge zum Kinn oder Zunge zur Nasenspitze.

Das wird angeregt: Zungenbeweglichkeit und Koordination.

Tipp für den Alltag: Im Spiegel üben, damit Kinder die Bewegung besser sehen und nachmachen können.

4. Zunge nach links und rechts bewegen (oder auch Zunge kreisförmig über die Lippen lecken lassen, Zunge von Mundwinkel zu Mundwinkel gehen lassen)

So funktioniert’s: Zungenspitze im geöffneten Mund abwechselnd nach links und rechts bewegen.

Das wird angeregt: Seitliche Zungenbewegungen und bewusste Steuerung im Mundraum.

Tipp für den Alltag: Mit einem Rhythmus verbinden, etwa langsam, schneller, wieder langsam.

5. Pferdegeräusch mit den Lippen

So funktioniert’s: Locker ausatmen und dabei die Lippen flattern lassen, bis ein „Pferdegeräusch“ entsteht.

Das wird angeregt: Lippenlockerheit, Atemstrom und Koordination von Mund und Ausatmung.

Tipp für den Alltag: Als kurze Bewegungspause zwischen zwei ruhigen Aufgaben einbauen.

6. Pusten mit Watte oder Papierkügelchen und Strohhalm

So funktioniert’s: Eine kleine Watte oder Papierkugel auf den Tisch legen und mit Luft darüber pusten.

Das wird angeregt: Dosierung der Ausatmung und Mundmotorik.

Tipp für den Alltag: Kleine Puste-Parcours aufmalen, damit Kinder die Kugel von Start bis Ziel bewegen. Pusten und Ansaugen mit dem Strohhalm, z.B. ausgestanzte Papier-Blumen auf ein grünes Blatt legen.

7. Grimassen im Spiegel

So funktioniert’s: Abwechselnd lustige und deutliche Gesichtsausdrücke machen, zum Beispiel breit grinsen, Mund rund formen oder Lippen spitzen. (auch grimmiger Gesichts-Ausdruck)

Das wird angeregt: Zusammenspiel von Lippen, Wangen, Kiefer und Mimik.

Tipp für den Alltag: Als Partnerübung durchführen: Eine Person macht vor, die andere spiegelt nach.

Tipps für die Umsetzung

Mini-Fazit

Sprechmotorik lässt sich unkompliziert in den Alltag integrieren. Kleine spielerische Übungen können Sprache bewusst erlebbar machen und Kindern Freude an Bewegung und Sprechen vermitteln.

Wenn du weitere alltagsnahe Ideen suchst, findest du im Sprechfit-Blog viele passende Impulse für kurze Sprachspiele in Kita, Kindergarten und Familie.

Mehr entdecken

Noch mehr alltagstaugliche Sprachideen mit Sprechfit

Entdecke weitere kurze Übungen und Spielideen für sprachförderung im alltag und die sprachentwicklung kinder in Kita, Kindergarten und zuhause.

Mehr zu Sprechfit

Passende Artikel im Sprechfit-Blog

Titelbild zum Artikel Sprachförderung im Alltag

Sprachförderung im Alltag

Ideen, wie Sprachimpulse ohne Zusatzaufwand in den Tagesablauf eingebunden werden können.

Titelbild zum Artikel 5-Minuten-Sprachspiele

5-Minuten-Sprachspiele

Kurz, spielerisch und direkt umsetzbar für Übergänge, Morgenkreis und Zuhause.

Titelbild zum Artikel Silben klatschen

Silben klatschen

Wörter rhythmisch gliedern und Sprachgefühl über Bewegung und Wiederholung stärken.

Titelbild zum Artikel Reimwörter entdecken

Reimwörter entdecken

Klangmuster erkennen und Sprache mit Freude und Fantasie erleben.

Titelbild zum Artikel Kim-Spiele

Kim-Spiele

Wahrnehmung, Wortschatz und Sprechen spielerisch im Team fördern.