Blog · Sprachförderung
Kim-Spiele in der Sprachförderung
Spielerisch Sprache fördern in Kita und Kindergarten
Kim-Spiele sind einfache Wahrnehmungsspiele, die sich ideal für die Sprachförderung im Alltag eignen. Sie verbinden genau das, was Kinder für ihre Sprachentwicklung brauchen: erinnern und benennen, und dabei alle Sinne einsetzen, Hören, Sehen, Schmecken, Tasten, Fühlen, Riechen.
Gerade in der alltagsintegrierten Sprachförderung in der Kita lassen sich Kim-Spiele ohne großen Aufwand einsetzen. Am Tisch, im Morgenkreis oder als kurze Übung zwischendurch.
Was sind Kim-Spiele?
Bei Kim-Spielen betrachten Kinder mehrere Gegenstände für kurze Zeit. Danach werden diese verdeckt oder verändert.
Die Aufgabe:
Was hast du gesehen? Was hat sich verändert?
Dabei trainieren Kinder ganz nebenbei:
- Wortschatz
- Satzbildung
- genaues Hinsehen und Zuhören
- Erinnern und Beschreiben um die Merkfähigkeit zu trainieren
- Kategorien bilden
Warum Kim-Spiele Sprache fördern
Kim-Spiele sind besonders wertvoll, weil sie mehrere Bereiche gleichzeitig ansprechen:
-
Wortschatz erweitern
Kinder benennen Gegenstände: „Apfel“, „Löffel“, „Auto“ oder beschreiben sie mit Adjektiven "groß", "sauer", "leise" -
Sätze bilden
„Da war ein roter Apfel.“
„Der Becher fehlt.“ -
Genaues Hören und Sehen
wichtig für die Sprachentwicklung der Kinder -
Alltagsbezug
ideal für Sprachförderung im Kindergarten und Sprachförderung zuhause -
Oberbegriffe benennen
"Von den Fahrzeugen fehlt das Fahrrad."
4 einfache Kim-Spiele für die Kita
1. Was fehlt?
So geht’s:
- Lege 4–6 Gegenstände auf den Tisch (z. B. Banane, Becher, Auto)
- Kinder schauen genau hin
- Tuch darüber
- Einen Gegenstand entfernen
- Tuch weg → Was fehlt?
- Alternativ: Verwende 4-6 Gegenstände einer Kategorie wie Instrumente, Lebensmittel, Fahrzeuge, Tiere.
Sprachimpulse:
- Was hast du gesehen?
- Was ist weg?
- Wie sah das aus? (Gegenstand beschreiben durch Adjektive)
2. Ich sehe was, was du nicht siehst
So geht’s:
Ein Kind beschreibt einen Gegenstand:
Ich sehe etwas Rotes.
Die anderen raten.
Sprachförderung:
- Farben benennen
- Eigenschaften beschreiben (Verwendung von Adjektiven und Verben)
- einfache Sätze bilden
3. Was hat sich verändert?
So geht’s:
- Gegenstände anschauen
- Augen schließen
- Etwas verändern (z. B. Reihenfolge)
- Kinder beschreiben die Veränderung und stellen die korrekte Reihenfolge (oder den Zustand) wieder her
Sprachimpulse:
- Was ist anders?
- Was ist jetzt vorne? (Übung der Ordinalzahlen, wie "letzter", "vorletzte", 1., 3. usw.)
- Was war vorher da?
4. Kostprobe
So geht’s:
- 5 verschiedene Obst oder Gemüsesorten
- Augenbinde anlegen
- das Kind probiert
- "Was ist es?", "Was fehlt jetzt?", danach Augenbinde ablegen
Sprachimpulse:
- Verwendund der Sinne Schmecken, Riechen, Tasten und Verbindung mit Sprache
- Adjektive und Kategorien ("süss", "sauer", "lecker", "riecht gut", "Obst", usw.)
Tipps für die Praxis
- Weniger ist mehr: 3–5 Gegenstände reichen
- Klare, einfache Sprache verwenden
- Kinder ausreden lassen
- Wiederholungen einbauen (wichtig für die Sprachförderung in der Vorschule)
- Spiele regelmäßig in den Alltag integrieren
Für mehr Abwechslung im Alltag kannst du Kim-Spiele mit Silben klatschen oder Reime finden kombinieren.
Fazit
Kim-Spiele sind ein ideales Werkzeug für die alltagsintegrierte Sprachförderung in Kita und Kindergarten.
Sie sind:
- schnell vorbereitet
- flexibel einsetzbar
- sprachlich wirksam ohne Druck
Schon 5–10 Minuten täglich können die Sprachentwicklung der Kinder spielerisch unterstützen.
FAQ – Häufige Fragen zu Kim-Spielen in der Sprachförderung
Was sind Kim-Spiele?
Kim-Spiele sind Wahrnehmungs- und Gedächtnisspiele, bei denen Kinder ihre Sinne einsetzen (zum Beispiel Sehen, Hören, Fühlen, Riechen oder Schmecken). Ziel ist es, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Sinneswahrnehmung spielerisch zu fördern.
Warum sind Kim-Spiele gut für die Sprachförderung?
Kim-Spiele fördern die Wahrnehmung. Diese ist eine wichtige Grundlage für Sprache. Wenn Kinder Dinge bewusst sehen, hören oder fühlen, fällt es ihnen leichter, diese zu benennen und darüber zu sprechen. Kim-Spiele helfen den Kindern außerdem sich neue Wörter zu merken und anzuwenden.
Ab welchem Alter sind Kim-Spiele geeignet?
Kim-Spiele sind sehr flexibel und können bereits im Kindergarten eingesetzt werden. Viele Varianten lassen sich an das Alter und das Entwicklungsniveau der Kinder anpassen.
Welche Fähigkeiten werden durch Kim-Spiele gefördert?
Kim-Spiele unterstützen unter anderem:
- Wahrnehmung mit allen Sinnen
- Konzentration und Aufmerksamkeit
- Merkfähigkeit
- Wortschatz und sprachliche Ausdrucksfähigkeit
Wie oft sollte man Kim-Spiele durchführen?
Schon kurze Einheiten im Alltag reichen aus. Wichtig ist nicht die Dauer, sondern die Regelmäßigkeit. Zum Beispiel kleine Spiele zwischendurch im Kita-Alltag oder zuhause.
Braucht man spezielles Material für Kim-Spiele?
Nein. Viele Kim-Spiele funktionieren mit ganz einfachen Alltagsgegenständen:
- Obst oder Lebensmittel
- kleine Spielzeuge
- Alltagsobjekte
- Naturmaterialien
Wie kann man Kim-Spiele sprachlich begleiten?
Die sprachliche Begleitung ist entscheidend:
- Dinge benennen („Das ist ein Apfel“)
- beschreiben („Der ist rund und rot“)
- Fragen vereinfachen oder Auswahl anbieten
Können Kim-Spiele auch in der Gruppe eingesetzt werden?
Ja, sie eignen sich sehr gut für Gruppen in der Kita. Kinder lernen dabei nicht nur Wahrnehmung, sondern auch:
- Zuhören
- Abwarten
- miteinander sprechen
Gibt es verschiedene Arten von Kim-Spielen?
Ja, Kim-Spiele lassen sich nach den Sinnen unterscheiden:
- Seh-Spiele (z. B. „Was hat sich verändert?“)
- Hör-Spiele
- Tast-Spiele
- Riech- und Schmeck-Spiele
Sind Kim-Spiele auch für zuhause geeignet?
Absolut. Gerade zuhause lassen sich viele Spielsituationen ganz einfach integrieren. Beim Essen, Aufräumen oder Spielen.
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